Der wahrhaftige Ausdruck von Gerechtigkeit und Liebe

Paiva Netto und die Proklamation des Neuen Gebotes Jesu – Die heroische Sage des Alziro Zarur (1914-1979) auf Erden

So mancher verwechselt Liebe mit Passivität oder Straflosigkeit, wobei deren Bedeutung doch genau das Gegenteil darstellt. Also, es ist doch einfach undenkbar sich eine gerechte Gesellschaft vorzustellen, ohne dass diese die unantastbare Erleuchtung des Neuen Gebots des Göttlichen Gesetzgebers empfänge. Aufgrund einfacher Deduktion oder mittels reiner Logik, die nicht die Anerkennung der Existenz einer Weisheit in Frage stellt, die sich über allem irdischen Wissen befindet, so stellen wir fest, dass Jesus, der ausgezeichnete Staatsmann sich darum sorgte Seine Allerhöchste Anweisung in Form eines Gesetzes zu offenbaren, um Ordnung zu schaffen:

— Liebet einander, so wie Ich euch geliebt habe (Frohe Botschaft nach Johannes, 13:34).

Tela: Vasily Polenov (1844-1927)

Título da obra: A cura da filha de Jairo.

So werden wir also vor das größte aller Seiner Gebote gestellt werden, vor die Grundlage der Gesetzlichen Verfassung des Kosmos. Und Er verordnete gleichfalls die Regelung dieses Gesetzes:

— Nur so werdet ihr als Meine Schüler erkannt werden“. (Evangelium nach Johannes, 13:35 in Übereinstimmung mit der Jerusalem-Bibel).

Von daher müssen wir sofort die Bedeutung von Gerechtigkeit mit jener der Liebe verbinden. Allerdings rede ich von einer Gerechtigkeit, die von den allerhöchsten Prinzipien inspiriert ist, und die nicht von den Unmenschlichkeiten berührt wird, die im Verlauf der Jahrtausende im Namen des Himmlischen Vaters und des Rechts ausgeübt wurden.

Aus der Soziologie des Universums

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Montesquieu

Ich habe in der Soziologie des Universums geschrieben, dass wir tolerant sein müssen, allerdings, wenn eine Straftat bewiesen ist, so soll nach dem Gesetz (natürlich nach einem gerechten Gesetz) vorgegangen werden, angesichts der Tatsache, dass Straflosigkeit das Grab der Nationen bedeutet.

Der  unerschrockene Montesquieu (1689-1755) bemerkte:

— Etwas ist nicht gerecht, nur weil es Gesetz ist, es sollte aber Gesetz sein, weil es gerecht ist.

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Konfuzius

Wir müssen unermüdlich mit den Waffen des Gebots Jesu (Johannes, 13:34 und 35) gegen die Ungerechtigkeit ankämpfen, so wie es in der Lehre des Konfuzius (551-479 v. Chr.) geschrieben steht, die an seine Anhänger anvertraut wurde:

— Der Zweck von Strafe ist es der Strafe selbst ein Ende zu bereiten.

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Mahatma Gandhi

Liebe darf niemals als etwas zerbrechliches angesehen werden. Andernfalls hätte Gandhi (1869-1948) nicht zum Schluss kommen können, dass:

— Wenn nur ein einziger Mensch die erfüllte Liebe erreichte, würde dies den Hass von Millionen neutralisieren.

So lasst uns also immer daran denken, so wie ich dies in der Soziologie des Universums hervorhebe, dass das Gesetz Brüderlichkeit bedeutet. Und Ethik seine Disziplin. Gerechtigkeit seine Anwendung. Es ist niemand unglücklicher zu nennen, als derjenige, der im Glauben und Barmherzigkeit mittellos ist.

Goldener Pfeil und das Gebot Jesu

Unser Freund, der Geist Goldener Pfeil, erinnert uns durch den Sensitiven Chico Periotto daran, dass man auch noch folgendes benötigt:

— Das Neue Gebot stellt auf einer Seite die strafende Hand der anderen dar. Das ist Jesus. Und so bringt er uns voran. Die ganze Revolution liegt hierin begründet: man muss wissen zu verstehen, was Jesus fühlt, denkt und will. Das Neue Gebot Jesu verändert [zum Besseren] die Geister, die auf Bewährung sind. Es ist wichtig, dass die strafende Hand die Hand des Neuen Gebotes der Liebe begleitet.

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Alziro Zarur (1914-1979)  

In meinem Artikel „Erziehung und Volontariat höchst aktuell“, erläuterte ich, dass die Worte des Allerhöchsten Pädagogen überleben, weil diese eine wichtige moralische (ich rede nicht von einer moralistischen), ethische, soziale, menschliche und spirituelle Botschaft verbreiten, an der es einem jeden Volke mangelt. Bei deren Studium, immer im Geiste und Wahrheit im Lichte des „Liebet einander, so wie Ich euch geliebt habe“, so werden wir – im Verlauf der Zeit, wie Zarurden großen Gesandten Gottes nannte – das Konzept der Gerechtigkeit, vereint mit dem der Güte assimilieren. So werden wir also nicht zum Komplizen dessen werden, was falsch ist, sondern wir werden der Seele diese erhöhte zivilisierende Allianz als das Gefühl der Güte einverleiben, das aus dem von einem Gott geschaffenen Herzen erwächst, der, in der Definition Jesu, religiös und barmherzig, und nach dem Evangelisten Johannes „die Liebe ist“ (Erster Brief Johannes, 4:8). Um diesen Gedanken noch klarer zu gestalten, möchte ich wiederum an diese Warnung des Konfuzius erinnern, mit der ich mich von früh an identifiziere. Er bestätigt von der Höhe seiner Tausendjährigen Weisheit, dass:

— Güte mit Güte vergolten wird, das Böse aber mit Gerechtigkeit.

Der berühmte chinesische Denker hat sich selbstverständlich nicht auf die Rache bezogen, die ja dem Sinn der wahrhaftigen Gerechtigkeit entgegen steht.

Das Recht auf Verteidigung

In einer Stegreifrede, die ich in Rio de Janeiro/RJ gehalten habe, erklärte ich, dass die Göttliche Gerechtigkeit genau der wahrhaftige Ausdruck von Liebe ist, die so oft mit Strenge erzieht.

Hier ist nun eine Erklärung notwendig: wir wollen auch nicht diese Anfangslehre vergessen, die unser Bruder Zarur als das 7. Gebot der Männer und Frauen des Guten Willens Gottes festlegte:

— Vergeben heißt die richterliche Entscheidung dem Gesetz Gottes zu übertragen. Aber der Vater verbietet Seinen Kindern nicht sich vor den Bösen zu verteidigen.

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Emmanuel

(…) Die Reife wird uns diese erhabene Seite des Himmlischen Vaters offenbaren, die pädagogische Qualität Seiner Liebe und Seiner hiermit verbundenen Gerechtigkeit.

In Der Weg, die Wahrheit und das Leben, stellt Emmanuel, mit seiner unfehlbaren Feder, kategorisch fest:

— Unendlich ist die Barmherzigkeit Jesu in den Bewegungen des planetarischen Lebens. Im Zentrum all Seines edlen Ausdrucks der Existenz, schlägt Sein liebevolles Herz, voll von der Lebenskraft von Vergebung und Güte. Die Menschen sind wie die grünen Zweige des glorreichen Baumes. Wenn sie ihre Pflichten missachten, so vertrocknen sie, denn sie schneiden sich vom Lebenssaft ab. Sie fallen auf den Boden der Desillusion, um sich im Feuer der wiederherrichtenden Leiden zu reinigen, damit sie erneut von Jesus überkommen werden, von Seiner Barmherzigkeit zur Erneuerung.

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Allan Kardec

Allan Kardec (1804-1869) schrieb in Der Himmel und die Hölle:

— Die Barmherzigkeit Gottes ist unendlich, aber nicht blind. (Unsere Hervorhebungen) 

Gerechtigkeit heißt nicht Rache

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Dietrich de Holbach

Allerdings ist Gefahr im Verzug, wenn der Mensch, selbst unvollkommen und im allgemeinen rachsüchtig, den Platz Gottes oder des Rechts einnimmt, das auf die perfekte Gerechtigkeit zum Gleichgewicht der institutionellen Struktur abzielt. Dann bildet sich all das Übel, welches die Völker seit langem schon mit Schande überzieht. Hören wir, was der deutschstämmige französische Philosoph, Dietrich de Holbach (1723-1789) dazu zu sagen hat:

— Die Rache dient allein dazu die Feindschaften in der Welt zu verewigen. Auf das sinnlose Vergnügen, das diese uns bereitet, folgt immer die ewige Reue.

Jesus, der Ökumenische, der Universale Christus und Göttliche Staatsmann

Zum Abschluss möchte ich hervorheben, dass Jesus, für sich selbst gesehen, kein Faktor für Hass und Kriege ist. Er predigte mit Seinem Neuen Gebot die zur höchsten Potenz erhobene Liebe. Was die irdischen Geschöpfe dann aus Seiner Botschaft machten, ist deren reduktionistische Schöpfung, für die sie Rechenschaft abgeben werden müssen.

Den herausragenden Sinn Seines Evangeliums und Seiner Apokalypse ohne hassvolle Intoleranz, d.h. im Geiste und Wahrheit, im Lichte Seines Neuen Gebots der Brüderlichen Liebe zu offenbaren, ist ein herausragender Dienst, den die Religion Gottes, Christi und des Heiligen Geistes für die Gesellschaft der Welt leistet. Denn Jesus, der Ökumenische Christus – der von daher universal und entkonfessionalisiert ist, und aus diesem Grunde mit Barmherzigkeit über all den anderen Glaubens- und Nichtglaubensrichtungen der sichtbaren Welt, sprich der irdischen und der spirituellen schwebt – stellt eine edle und derzeit höchstaktuelle Idee dar, die es wohl wert ist von allen antisektiererischen Seelen, die frei von Vorurteilen und Tabus sind und die von daher bereit sind mit offenem Geiste und Herzen, und ohne vorurteilsbehaftete Meinungen zu alimentieren, studiert und auch gelebt zu werden.

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Paiva Netto und die Proklamation des Neuen Gebotes Jesu – Die heroische Sage des Alziro Zarur (1914-1979) auf Erden, ein im Jahre 2009, dem Jahr der 50-Jahr Feier der Proklamation, erschienenes Werk. 

José de Paiva Netto ist Schriftsteller, Journalist, Rundfunksprecher, Komponist und Dichter. Er ist Vorsitzender der Legion des Guten Willens (LGW) und aktives Mitglied der Brasilianischen Pressevereinigung (ABI), der Brasilianischen Vereinigung der Internationalen Presse (ABI-Inter). Er ist der Nationalen Föderation der Journalisten (Fenaj) angeschlossen, der International Federation of Journalists (IFJ), dem Verband für Berufsjournalisten im Bundesland Rio de Janeiro, dem Schriftstellerverband von Rio de Janeiro, dem Verband der Rundfunksprecher im Bundesland Rio de Janeiro, sowie der Brasilianischen Union der Komponisten (UBC). Gleichfalls ist er Mitglied der Akademie für Literatur Zentralbrasiliens. Er ist internationaler Referenzautor für die Verteidigung der Menschenrechte und für die Konzeptualisierung und Verteidigung der Sache der Bürgerschaft und Ökumenischer Spiritualität, die, nach seiner Auffassung, „die Grundlage der großzügigsten Werte darstellen, die aus der Seele erwachsen, der Wohnstatt der von Intuition erleuchteten Emotionen und Reflexionen, der Umgebung die all das umfasst, was den vulgären Bereich der Materie überschreitet und aus der sublimierten menschlichen Sensibilität entstammt, wie beispielsweise Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Ethik, Rechtschaffenheit, Großzügigkeit und die Brüderliche Liebe.“