Wohltätigkeit in der UNO

Der Vertreter der LGW bei der UNO, Danilo Parmegiani, informierte uns, dass die Vereinten Nationen erstmals den Internationalen Tag der Wohltätigkeit begangen wurden. Die erst kürzlich bestätigte Resolution legt diesen Tag auf den 5. September fest.

Die UNO bestätigt, dass die Wohltätigkeit zur Förderung des Dialogs zwischen unterschiedlichen Zivilisationen, Kulturen und Religionen beitragen kann, ebenso wie die Solidarität und das gegenseitige Verständnis. Und sie erkennt gleichfalls die Anstrengungen von karitativen Organisationen und Privatpersonen zu diesem Zweck an.

Wohltätigkeit unterstützt das menschliche Leben
Dies ist in meinen Artikeln ein sehr präsentes Thema, denn ich halte es zu unserem Überleben unerlässlich. Ich möchte die Gelegenheit nutzen Ihnen einen kleinen Auszug aus „Das Kapital Gottes“ vorab zu geben, dem Buch das ich, mit viel Sorgfalt, gerade in Vorbereitung habe und in dem ich einige meiner von den 1960er Jahren an gehaltenen Vorträge vorstelle:

Lassen Sie uns über die Stelle beim Apostel Johannes in seinem Ersten Brief, 4:20 nachdenken: „Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott!, aber seinen Bruder hasst, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht.“

Die Wohltätigkeit, eine Schöpfung Gottes, stellt das Gefühl dar, welches das Wesen in den schwierigen Zeiten seiner Existenz am Leben erhält. Wenn Sie mir sagen, dass sie keine Liebe brauchen, dann liegen Sie falsch oder sind krank… Zusammenfassend handelt es sich doch einfach darum: Liebe ist das Synonym für Wohltätigkeit, an der es unserer kurzsichtigen Gesellschaft so sehr mangelt, die von einer hinterlistigen Kultur in den Schatten gestellt wird, die von denjenigen bewahrt wird, die all das Unglück für die Völker provozierten, das die Geschichte mit Blut besudelte und das uns einer konstanten Gefahr aussetzt. Wie lange soll dies noch so weitergehen?

Wohltätigkeit unterstützt das menschliche Leben. Als er diese, meine Worte hörte, vervollständigte der Journalist Francisco de Assis Periotto diesen Satz auf folgende Weise: „mit Brot und Anstand.“

Ein erhöhter sozialer Geist

Arquivo LBV

Joaquim Nabuco

Der technologische Fortschritt hat viele Grenzzäune eingerissen und dazu beigetragen, dass einige über anderen zusammenbrachen. Darunter wirtschaftliche und soziale. Allerdings wird es der Globalisierung nicht gelingen die Vielfalt zu verhindern. Solange sie sich über die Welt ausbreitet wird sie auch dem Regionalismus Ausdruck verleihen. Auf verschiedenste Weise wird alles von Allen beeinflusst. Hindernisse in verschiedenen Gegenden des Planeten aber, lassen die Distanz von arm und reich immer größer werden. Dies kann, auf internationaler Ebene, tiefgreifende Konsequenzen haben, wie es beispielsweise das Ende des römischen Imperiums war. Allerdings können jene Veränderungen dieses Mal ungewöhnliche Vorkehrungen provozieren, selbst in steinernen Herzen, die vorher dem pragmatischen Geist der Barmherzigkeit gegenüber konträr eingestellt waren, und die dazu gebracht werden zu glauben, dass es selbst für sie einige vitale Dinge gibt, wie… das Mitgefühl. (…) Barmherzigkeit ist keine sinnlose Gefühlsduselei, auf die sie einige so gerne reduzieren würden. Der große Joaquim Nabuco* hatte vollkommen recht, als er schrieb: „Dem Kampf ums Überleben, was ein Naturgesetz ist, stellt die Religion die Barmherzigkeit entgegen, die den Kampf für das Leben der Anderen bedeutet.“

Wäre nicht dies die Funktion eines wahrhaftigen Politikers? Was wäre nun wichtiger für die Stärkung der Gemeinschaften als dieser erhabene soziale Geist?

Gleichsam ist es möglich, dass wir von dieser hohen Bedeutung der Wohltat in unserem täglichen Leben, den kompletten Weg der wahrhaftigen Unabhängigkeit einer jeden Nation erwarten können.

Barmherzigkeit ist ein Thema das ernst zu nehmen ist.

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*Joaquim Nabuco (1849-1910), einer der großen Diplomaten aus der Zeit des Imperiums Brasiliens und den Anfängen der brasilianischen Republik, Politiker, Historiker, Jurist und herausragender Anhänger der Sklavenbefreiung.

José de Paiva Netto ist Schriftsteller, Journalist, Rundfunksprecher, Komponist und Dichter. Er ist Vorsitzender der Legion des Guten Willens (LGW) und aktives Mitglied der Brasilianischen Pressevereinigung (ABI), der Brasilianischen Vereinigung der Internationalen Presse (ABI-Inter). Er ist der Nationalen Föderation der Journalisten (Fenaj) angeschlossen, der International Federation of Journalists (IFJ), dem Verband für Berufsjournalisten im Bundesland Rio de Janeiro, dem Schriftstellerverband von Rio de Janeiro, dem Verband der Rundfunksprecher im Bundesland Rio de Janeiro, sowie der Brasilianischen Union der Komponisten (UBC). Gleichfalls ist er Mitglied der Akademie für Literatur Zentralbrasiliens. Er ist internationaler Referenzautor für die Verteidigung der Menschenrechte und für die Konzeptualisierung und Verteidigung der Sache der Bürgerschaft und Ökumenischer Spiritualität, die, nach seiner Auffassung, „die Grundlage der großzügigsten Werte darstellen, die aus der Seele erwachsen, der Wohnstatt der von Intuition erleuchteten Emotionen und Reflexionen, der Umgebung die all das umfasst, was den vulgären Bereich der Materie überschreitet und aus der sublimierten menschlichen Sensibilität entstammt, wie beispielsweise Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Ethik, Rechtschaffenheit, Großzügigkeit und die Brüderliche Liebe.“