Die Rettung der Bürgerschaft

Aus der permanenten Kampagne der Legion des Guten Willens gegen den Hunger und für Bürgerschaft entstammend – von Alziro Zarur*¹ (1914-1979) gegen Ende der 1940er Jahre mit der populären „Armensuppe“ ins Leben gerufen – nähert sich das sozioedukative Programm Patrouille der Barmherzigkeit der LGW ihrem 50 -jährigen Bestehen.

Arquivo BV

Ich hatte das Privileg an der allerersten Patrouille am 1.9.1962 in Rio de Janeiro, in Brasilien teilnehmen zu dürfen. Ich bewahre, bis in die heutige Zeit hinein, jenen Geist des damaligen Anfangs indem ich beharrlich das Werk weiter führe und ich habe die Ehre zu sehen, wie dieses Team sich mit der Zeit vervielfacht hat und Tag und Nacht Bürger wie wir von der Straße wegholt. Ich erinnere mich noch daran, dass sich damals zum 23. Male der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs jährte, und Hitler in Polen einmarschiert ist. Mit der Patrouille der Barmherzigkeit geschah und geschieht immer noch das Gegenteil: Man erklärte den „Krieg“ gegen Verlassenheit, Unbildung und Armut.

Im Verlauf der Zeit haben wir diese Initiative verbessert und auf die Parameter der Nationalen Politik für Sozialhilfe (PNAS) in Brasilien ausgerichtet. Heute zielen die für die Familien entwickelten Aktionen auf den Erwerb von Wissen hinsichtlich deren Rechten und Pflichten ab, auf das Erkennen von Möglichkeiten und der Vervollkommnung von kommunitären Praktiken zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen anhand von edukativen Vorträgen, der Übergabe von fertigen Mahlzeiten und/oder von rohen Nahrungsmitteln, durch Workshops, die das Suchen nach neuem Wissen anregen, so dass die von dieser Initiative unterstützten Personen in der Lage sind tatsächlich eine vollwertige Bürgerschaft ausüben zu können. Es finden gleichfalls spielerische Aktivitäten statt, die gutes Verhalten fördern, sowie das Verhältnis innerhalb der Gruppe, ohne gleichzeitig das Gebet daheim zu vergessen, das den für schwierige Augenblicke so dringend benötigten spirituellen Trost bringt.

Arquivo BV

Im Vordergrund, nimmt der junge Paiva Netto an der ersten Patrouille der Barmherzigkeit, am 1. September 1962 in Rio de Janeiro/RJ teil. Auf dem Foto berichtet der vielversprechende Journalist von den Hilfeleistungen der Legion des Guten Willens. Während die Welt den 23. Jahrestag des Beginns des verhängnisvollen Zweiten Weltkriegs beging, erklärte Zarur im Auditorium des Senders des Guten Willens „den Weltkrieg gegen den Hunger“. In diesem Augenblick entstand die Patrouille der Barmherzigkeit, eines der ältesten sozialen Programme der LGW.

Meine Hommage geht an all die Freiwilligen der altruistischen und ökumenischen Truppe der Legionäre, die sich der Erleichterung fremden Leidens widmet, auf dass wir in einer besseren Welt leben mögen.

Die Millenniumsziele und die Patrouille

Es ist wichtig hervorzuheben, dass die Acht Millenniumsziele – die von der UNO begründet und von 192 Ländern ratifiziert wurden und deren Zielsetzung es ist verschiedene Punkte anzugehen, von der Beseitigung der Armut und des Hungers bis hin zum Umweltschutz – sich auf entscheidende Weise mit den wegbereitenden Prinzipien der Leistungen der LGW zur Deckung bringen.

Super RBV

Corrêa Santos

Alziro Zarur

Gleichzeitig, initiierte ich am 1.9 1962 das rund um die Uhr sendende Programm des Super Netzwerks Guter Wille Radio in Brasilien, im Ausland und im Internet*². Im Übrigen entstand die LGW durch das bekannte Programm Stunde des Guten Willens, mit dem Zarur im Sender Radio Globo, in Rio de Janeiro, am 4. März 1949 zum ersten Mal auf Sendung ging.

In all diesen Jahren charakterisierte sich das Super Netzwerk Guter Wille Radio durch dessen Pionierleistung zu jeder vollen Stunde ein ökumenisches Gebet zu übertragen. Bei einem diversifizierten Sendeprogramm (Sport, Kultur, Journalismus und Allgemeines), findet sich die meiste Zuhörerschaft jedoch bei der Botschaft des Apokalypse-Evangeliums Jesu, das sich in Geist und Wahrheit im Lichte des Neuen Gebotes des Ökumenischen Christus erklärt: „Liebet einander, so wie Ich euch geliebt habe.“

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Alziro Zarur (1914-1979) – wurde in Rio de Janeiro an Jesu Weihnacht des Jahres 1914 geboren. Der Journalist, Rundfunksprecher, Schriftsteller, Poet, Sozialaktivist und ein großer Prediger des Wortes Gottes, gründete am 1. Januar 1950 (dem Tag der Universalen Verbrüderung) die Legion des Guten Willens und leitete diese auf brillante Weise bis zu seinem Übergang in die Spirituelle Ebene, am 21. Oktober 1979. Auf eine volkstümliche Weise polemisch, charismatisch und innovativ, predigte er mit großem Enthusiasmus das Evangelium und die Apokalypse Jesu, aber nicht „wortwörtlich, denn der Buchstabe tötet“ (Der zweite Brief des Paulos an die Korinther 3:6), sondern, in Geist und Wahrheit des Neuen Gebotes des Ökumenischen Christus. Zarur war gleichfalls der große Verkünder des Unbegrenzten Ökumenismus, sowie des Totalen Ökumenismus der Welt. Eine These, die dieser bereits seit frühester Jugend unterstützte, als er die Grundlagen seines Kreuzzugs der Schwesterreligionen einführte, eine Antizipation der interreligiösen Beziehungen.

Super Netzwerk Guter Wille Radio – Radionetzwerk, gegründet von Paiva Netto, zu dem heute über Satelliten miteinander vernetzte und ständig mit dem Internet verbundene Sender gehören: www.boavontade.com.

José de Paiva Netto ist Schriftsteller, Journalist, Rundfunksprecher, Komponist und Dichter. Er ist Vorsitzender der Legion des Guten Willens (LGW) und aktives Mitglied der Brasilianischen Pressevereinigung (ABI), der Brasilianischen Vereinigung der Internationalen Presse (ABI-Inter). Er ist der Nationalen Föderation der Journalisten (Fenaj) angeschlossen, der International Federation of Journalists (IFJ), dem Verband für Berufsjournalisten im Bundesland Rio de Janeiro, dem Schriftstellerverband von Rio de Janeiro, dem Verband der Rundfunksprecher im Bundesland Rio de Janeiro, sowie der Brasilianischen Union der Komponisten (UBC). Gleichfalls ist er Mitglied der Akademie für Literatur Zentralbrasiliens. Er ist internationaler Referenzautor für die Verteidigung der Menschenrechte und für die Konzeptualisierung und Verteidigung der Sache der Bürgerschaft und Ökumenischer Spiritualität, die, nach seiner Auffassung, „die Grundlage der großzügigsten Werte darstellen, die aus der Seele erwachsen, der Wohnstatt der von Intuition erleuchteten Emotionen und Reflexionen, der Umgebung die all das umfasst, was den vulgären Bereich der Materie überschreitet und aus der sublimierten menschlichen Sensibilität entstammt, wie beispielsweise Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Ethik, Rechtschaffenheit, Großzügigkeit und die Brüderliche Liebe.“