Peking+20 (2015)

Veröffentlichter Artikel in der Zeitschrift GOOD WILL Women gesendet an den Vereingte Nationen im Juli 2015.

Der 8. März ist der Internationale Tag der Frau, die, mitten im 21. Jahrhundert, das Opfer größter Gräueltaten ist, darunter die abscheuliche Vergewaltigung. Eine Schande für die Menschheit.

In der Präambel der Verfassung der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), verabschiedet am 16. November 1945, finden wir die Beschreibung dieser Realität: „Wenn die Kriege aus dem Verstand des Menschen heraus entstehen, so müssen im Verstand des Menschen die Bollwerke des Friedens geschaffen werden." Im Jahre 2003 habe ich großen Wert darauf gelegt diese Lehre meinem Buch „Reflektionen der Seele" voranzustellen. Sie zeichnet in der Tat unsere Arbeitspläne nach. Allerdings halte ich es für wichtig, dass diese präzise Mahnung an alle Menschen gerichtet ist, und nicht nur an die Männer.

Begrüßung

„Wenn die Kriege aus dem Verstand des Menschen heraus entstehen, so müssen im Verstand des Menschen die Bollwerke des Friedens geschaffen werden."

Auszug aus der Präambel der Verfassung der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur 

(UNESCO), verabschiedet am 16. November 1945, im Buch, Reflektionen der Seele, des Schriftstellers Paiva Netto.

Mein Gruß geht an die internationalen Delegationen, die Autoritäten und an alle Teilnehmer , die sich mit Entschlossenheit hier in New York, USA, vom 9. bis 20. März 2015 während der 59. Sitzung der Kommission über die Situation der Frau treffen, die von den Vereinten Nationen (UNO) mit der noblen Absicht organisiert wird, das zentrale Thema zu diskutieren: „Peking+20" (2015). Hierbei wird ein tiefgreifendes Reflektieren hinsichtlich der Fortschritte und Rückschläge befördert, die seit 1995 eingetreten sind, als in Peking, China, die Vierte Weltfrauenkonferenz stattgefunden hatte, die als Hauptpunkt die Arbeit für die Geschlechtergleichstellung und den Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen und Mädchen überall auf der Welt definierten.

Es ist für die Legion des Guten Willens (LGW) von Anfang an immer eine große Ehre gewesen mit ihrem Beitrag an diesen Debatten mitzuwirken und sich für dieses fundamentale Ziel einzusetzen, insbesondere in einer globalisierten kriegerischen Welt.

Als wir an diesem unvergesslichen Treffen im Jahre 1995 teilnahmen, richteten wir an die Konferenzteilnehmer eine, zuvor im Jahre 1987, in der Zeitschrift International Business and Management veröffentlichte Botschaft mit dem folgenden Titel: „Ohne China gibt es keine Welt". Hierin habe ich, unter anderen Themen, geschrieben:

Der Weg der LGW ist der des Friedens. Keine Kriege mehr! Die Brutalität ist das Gesetz der Irrationalen, nicht das des Menschen, der sich als höher einstuft. Wir treten für die Wertschätzung des menschlichen Wesens ein, innerhalb der unerlässlichen Gleichheit, vor allen Dingen der spirituellen, der Gleichheit der Geschlechter, denn der Reichtum eines Landes liegt in seinem Volk. (…)

Lassen Sie uns diese Worte des Apostels Petrus, aus seinem ersten Brief 3:11, zu eigen machen:

- Meide das Böse und tue das Gute; suche Frieden und jage ihm nach.

Dieser so sehr ersehnte legitime und notwendige Friede, das Gegenmittel zu den spirituellen, sozialen und körperlichen Problemen, wird dann erreicht werden, wenn wir auch nicht mehr alle und jedwede Diskriminierung gegen Frauen und Mädchen (in Wahrheit, die Kinder beiderlei Geschlechts) haben werden. Auf diese Weise können wir ihnen Stärkung und Autonomie garantieren, damit sie mit dem Muttergefühl, das im Herzen einer jeden Frau erwächst – unabhängig davon, ob sie Mütter fleischlicher Kinder sind, denn ich rufe mit aller Kraft aus, dass alle Frauen Mütter sind - als Protagonisten bei der Demontage jener absurden Grausamkeit handeln können, die das verhärtete Innere der Individuen bevölkert.

Das Beispiel der Hypatia

Reprodução BV

Hypatia

Es kommt mir das Beispiel einer Pionierin der Mathematik, der Astronomie und einer Ikone der Philosophie der Antike in Erinnerung, der ich in meinem Artikel „Hypatia, Mutter der Philosophen" meine Ehrerbietung erweise. Asketin und im Zölibat lebend, hinterließ Hypatia keine Nachkommen, aber, wie ich bereits im Jahre 1987 wiederholt habe, gibt es viele hervorragende Arten Mutter zu sein. Einschließlich der, großartigen Taten zum Wohle der Menschheit das Licht der Welt zu schenken.

Dies ist bei Hypatia der Fall gewesen. Ihre Hingabe zu den metaphysischen Fragen gebar Kinder, die in den Gedanken die ständige Notwendigkeit verewigen, Antworten auf die immer gleichen Fragen zu suchen. In einer Zeit, in der weibliche Intellektualität nicht anerkannt wurde, sind viele Mächtige von den Thesen der Hypatia beeinflusst worden. Ihre Vorlesungen begrenzten sich nicht nur auf Philosophie im Allgemeinen; man suchte sie auch auf, um ihre Meinung zu politischen Themen und der Allgemeinheit zu erfahren.

In einer von starker religiöser Intoleranz geprägten Umgebung, begann Hypatia Unruhe zu verursachen. Die Brutalität, die angewandt wurde ihr das Leben zu nehmen, würde die fürchterlichsten Folterknechte aller Zeiten in Erstaunen versetzen.

Da wir nicht wollen, dass sich jene schrecklichen Dinge wiederholen, die man der Philosophin aus Alexandria angetan hat, sollte man den Textauszug aus der „Aktionsplattform der Erklärung von Peking „Frauen in Macht- und Entscheidungspositionen" erwähnen, in dem geschrieben steht:

Wie in der Universalen Erklärung der Menschenrechte niedergelegt ist, „haben alle das Recht an der Regierung ihres Landes teilzunehmen." Eine Stärkung und die Autonomie der Frau, sowie die Verbesserung ihres sozialen, wirtschaftlichen und politischen Status, sind von grundlegender Bedeutung dafür, dass Transparenz erreicht wird und um eine achtbare Regierung sowie eine nachhaltige Administration und Entwicklung auf allen Gebieten des Lebens zu erzielen. Dies stellt einen entscheidenden Schritt dazu dar, die Intoleranz auszulöschen, die verheerende Katastrophen über die Menschheit bringt.

Die Notwendigkeit zum Schutz des Zuhauses

1) André Rebouças (1838-1898) 2) Florence Nightingale (1820-1910) 3)Oswaldo Cruz (1872-1917).

Im Allgemeinen sind es mit Sicherheit Frauen und Mädchen (im Übrigen alle Kinder), die als allererste an den bedauernswerten Auswirkungen der planetarischen Feuersbrünste zu leiden haben. Von daher beobachten wir die imminente Gefahr, die immer noch die guten Ideale umkreist, diese im eigenen Zuhause befreit und unterstützt zu sehen.

Die Gewalt ihnen gegenüber stellt eine traurige Realität dar, die sich in den unterschiedlichsten Regionen der Welt findet, ja selbst in den Ländern, die in ihrer Gesetzgebung zu deren Schutz Fortschritte erzielt haben. Es ist eine Art des Krieges im Verborgenen, der um unser Zuhause, um unsere Gemeinschaften, unsere Unternehmen, Städte, Länder und Religionen lauert... Wo Gewalt ist, da zeigt sich die fürchterliche Fratze des Hasses!

Diese abscheuliche Visage lernte die tapfere, in Florenz, der damaligen Hauptstadt des Großherzogtums Toskana, im heutigen Italien geborene britische Krankenschwester Florence Nightingale (1820-1910) kennen. Sie kämpfte, um mit den rückwärtsgewandten Konventionen ihrer Zeit, hinsichtlich der Rolle der Frau in der Gesellschaft zu brechen und glaubte fest daran von Gott berufen zu sein, einer großen Sache zu dienen. Mit ihrem Verzicht erzielte sie, in der viktorianischen Epoche, beträchtliche Fortschritte für das Gebiet der Gesundheit. Im Verlauf ihres unschätzbaren Beitrags in der Pflege der englischen Soldaten während des Krimkriegs, erklärte die „Dame mit der Lampe" in angemessener Weise in einem vom 5. Mai 1855 datierten Brief:

(…) Niemand kann sich die Schrecken des Krieges auch nur vorstellen – es sind nicht die Verwundungen, das Blut, das typhöse oder das normale Fieber, oder die Dysenterie, chronisch oder akut, die Kälte, und die Hitze, und die Not -, sondern die Vergiftung, die trunkene Brutalität, die Demoralisierung und das Durcheinander auf Seiten der Untergebenen; der Neid, die Boshaftigkeit, die Gleichgültigkeit, die egoistische Brutalität auf Seiten der Ranghöheren. (…)Gleichwohl sollten wir, angesichts einer solch ernsten Situation, niemals die Maxime des berühmten brasilianischen Wissenschaftlers, Arztes, Bakteriologen, Epidemiologen und Hygienikers, Dr. Oswaldo Cruz (1872-1917) vergessen:

Niemals aufgeben um nicht unwürdig zu sein.In meinen Vorträgen hebe ich ebenso hervor, dass, wenn es schwierig wird, wir schon gestern damit beginnen sollen!, denn es gibt noch viel zu tun. Und man kann sich keine einzige Unternehmung vorstellen, die auf die Lösung der irdischen Übel abzielt, ohne die effektive Mitarbeit der Frauen.

Beim erneuten Lesen meines Buches „Jesus, der Schmerz und die Ursache Seiner Autorität", das am 8. November 2014 veröffentlicht wurde, habe ich einige bescheidene Hinweise gefunden, die ich gerne Ihnen, die mich damit ehren dies zu lesen, unterbreiten möchte.

Die Herzen entwaffnen

4) Alziro Zarur (1914-1979); 5) Konfuzius (551-479 a.C.); 6) Dante Alighieri (1265-1321); 7) Jesus

Zu unser aller Unglück haben die Völker es bisher versäumt ihre Sichtweise dahingehend zu regulieren, erkennen zu können, dass die wahrhaftige Harmonie im aufgeklärten Inneren einer jeden Kreatur, mit der spirituellen Großzügigkeit und mit der Gerechtigkeit beginnt. In Übereinstimmung hiermit bestätige ich üblicherweise, und werde dies noch anderweitig kommentieren, dass so Wohlstand geschaffen wird. Die Gelassenheit, die der Himmlische Vater – von allen Seiten ohne Extremismus gesehen und als der Initiator der Ökumenischen Brüderlichkeit anerkannt – zu bieten hat, ist in keinem Falle mit den frustrierten Verfahren und ineffizienten Vereinbarungen vergleichbar, die man in der ganzen Welt beobachten kann. Der brasilianische Ingenieur und Sklavenbefreier André Rebouças (1838-1898) übertrug die Unbeweglichkeit ausschließlich menschlicher Perspektiven in eine Metapher:

„(…) Der bewaffnete Friede steht zum Kriege wie die chronischen Krankheiten zu den akuten; wie ein hartnäckiges Fieber zu Typhus. All diese Krankheiten töten und löschen die Völker aus; es ist allein eine Frage der Zeit."

Den unbewaffneten Frieden zu leben, dies beginnend mit der brüderlichen Unterweisung aller Nationen, stellt eine unaufschiebbare Maßnahme zum Überleben der Völker dar. Hierzu aber, ist es zuallererst notwendig, die Herzen zu entwaffnen und sich einen gesunden Menschenverstand zu bewahren, so wie ich dies vor den jungen Menschen jeden Alters hervorgehoben habe, die mir im September 1983, in Jundiaí/SP, zugehört haben (…).

An dem Tag, an dem ein Individuum, das mit Weisheit umerzogen wurde, nicht mehr genügend Hass in sich trägt, um todbringende mentale und physische Artefakte abzufeuern, verlieren diese all ihre schreckliche Bedeutung und all ihre bösen Grundlagen der Existenz. Und werden dann auch nicht mehr produziert werden.

Es wird notwendig jene Ressentiments zu beenden, die beharrlich die menschlichen Herzen verdunkeln: diese zu entwaffnen, mit größerer Kraft als der Hass es ist und die Wut, die Waffen abfeuert. Und diese machtvolle Energie, das ist die Liebe – aber nicht die immer noch in ihren Anfängen befindliche Liebe der Menschen -, sondern die Liebe Gottes von der wir alle uns nähren müssen. Wir halten das mächtigste Werkzeug der Welt in unseren Händen. Und nur dieses ist in der Lage, alle Arten von Krieg zunichte zu machen, die zuallererst aus der Seele des lebendigen Wesens erwachsen, wenn diese erkrankt ist. Dies ist ein breites Spektrum an Bildungsarbeit; Mehr als das, Umerziehung.

Es ist hingegen notwendig sich dieses energischen Gedankens Konfuzius (551-479 v. Chr.) zu erinnern:

Güte wird mit Güte, das Böse aber wird mit Gerechtigkeit vergolten.Auch in Jesus, der Schmerz und der Ursprung Seiner Autorität, bestätige ich die Macht der von der Brüderlichen Liebe ausgehenden Transformation. Die Ausübung dieses allerhöchsten Bewusstseins und göttlicher Emotion, vereint mit der wahrhaftigen Gerechtigkeit, und nicht dem Prozessieren, stellt sich in der effizientesten Politik dar, die der Mensch auszuüben in der Lage ist. Die Zeit wird es den Pessimisten schon zeigen.

Hindernisse überwinden

Die Völker diskutieren das Problem der Gewalt im Radio, im Fernsehen, in der Presse und im Internet und sind immer mehr darüber erstaunt, die Lösung zu ihrer Ausrottung nicht zu finden. Und dies, trotz aller brillanten Thesen. Im Allgemeinen sucht man sie in der Ferne und auf verschlungenen Wegen. Sie ist aber nicht weit entfernt; sie ist ganz nahe in uns selbst: es ist Gott!

„(…) Das Reich Gottes ist mitten unter euch." Jesus (Lukas, 17:21)

Wir sollten immerzu wiederholen, dass der Himmlische Vater die Liebe ist!( Erstr Brief des Johannes 4: 8) Nicht die banalisierte Liebe, sondern die Kraft, welche die Universen bewegt.

Allerdings wird „der nächste und letzte Weltuntergang die Mentalität der Nationen und ihrer Regierenden verändern", so garantierte es Alziro Zarur (1914-1979).

Zum Abschluss dieses kleinen Artikels möchte ich an eine meiner Meditationen erinnern, die ich im Buch „Reflektionen der Seele" (2003) beschrieben habe: Das Herz wird geneigter dazu zuzuhören, wenn die Liebe das Fundament des Dialogs darstellt. Und ein guter Dialog ist grundlegend für die Ausübung der Demokratie, die ja das System der Verantwortlichkeit ist.

Frieden ist keine Utopie

Um diesen Artikel abzuschließen, bediene ich mich eines Arguments, das ich bei meinen Vorträgen in Funk und Fernsehen vorgestellt habe und das gleichfalls für diejenigen geeignet ist, die eventuell meinen, dass eine verantwortungsvolle Schaffung des Friedens unmöglich sei: (…) Ist dies eine Utopie? Also?! All das, was heutzutage als Fortschritt angesehen wird, ist in einer Vergangenheit, die noch gar nicht so weit zurück liegt, als Phantasie abgetan worden. (…)

Würde man wesentlich mehr in Erziehung und Bildung, in Kultur und eine Ernährung investieren, die von der Höheren Spiritualität erleuchtet sind, dann hätten die Völker eine bessere Gesundheit und von daher eine bessere spirituelle, moralische, mentale und körperliche Qualifikation für Leben und Arbeit; und die Ausgaben für die Sicherheit wären geringer. „Ja, aber das würde doch viele Jahre dauern!!" Deswegen lasst uns auch keine Zeit verlieren! Und wenn wir dies nicht tun, so können die zivilisatorischen Errungenschaften der Welt – angefangen bei der Geschlechtergleichheit, der Stärkung und Autonomie der Frauen - , die drohen in sich zusammenzufallen, Platz schaffen für eine Ansteckung mit Desillusion, von der die ganze Welt betroffen sein wird. Ein solches Zusammentreffen von Umständen können wir einfach nicht zulassen.

Ein friedliches Zusammenleben

Der brüderliche Gruß, den Jesus Seine Apostel und Jünger lehrte, ist auf ökumenische Weise an alle irdische Wesen, als eine wertvolle Einladung zum Zusammenleben in Frieden auf dem Planeten, unserer kollektiven Heimstatt, gerichtet:

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!Jesus (Lukas, 10:5) 

José de Paiva Netto ist Schriftsteller, Journalist, Rundfunksprecher, Komponist und Dichter. Er ist Vorsitzender der Legion des Guten Willens (LGW) und aktives Mitglied der Brasilianischen Pressevereinigung (ABI), der Brasilianischen Vereinigung der Internationalen Presse (ABI-Inter). Er ist der Nationalen Föderation der Journalisten (Fenaj) angeschlossen, der International Federation of Journalists (IFJ), dem Verband für Berufsjournalisten im Bundesland Rio de Janeiro, dem Schriftstellerverband von Rio de Janeiro, dem Verband der Rundfunksprecher im Bundesland Rio de Janeiro, sowie der Brasilianischen Union der Komponisten (UBC). Gleichfalls ist er Mitglied der Akademie für Literatur Zentralbrasiliens. Er ist internationaler Referenzautor für die Verteidigung der Menschenrechte und für die Konzeptualisierung und Verteidigung der Sache der Bürgerschaft und Ökumenischer Spiritualität, die, nach seiner Auffassung, „die Grundlage der großzügigsten Werte darstellen, die aus der Seele erwachsen, der Wohnstatt der von Intuition erleuchteten Emotionen und Reflexionen, der Umgebung die all das umfasst, was den vulgären Bereich der Materie überschreitet und aus der sublimierten menschlichen Sensibilität entstammt, wie beispielsweise Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Ethik, Rechtschaffenheit, Großzügigkeit und die Brüderliche Liebe.“