Die Pädagogik der Zuneigung und die Pädagogik des ökumenischen Bürgers

Quelle: Tageszeitung „A Tribuna Regional“ aus Santo Ângelo/RS, Wochenendausgabe vom 11. und 12. Oktober 2008. | Aktualisiert im November 2018.

Als Anerkennung der so wertgeschätzten Erzieherinnen und Erzieher bringe ich hier einige Überlegungen zu Papier, die ich dem Lehrerkollegium der Legion des Guten Willens (LGW) vorgestellt habe und die auszugsweise auch in der Tageszeitung „Correio Braziliense“, aus der Hauptstadt Brasiliens, im Februar 2000 und in der Zeitschrift „Globalisierung der Brüderlichen Liebe“ veröffentlicht wurden. Es ist die Botschaft der LGW, die sich speziell an die Teilnehmer des High-Level Segments 2007, des Ecosoc (UN), in Genf, Schweiz, richtet:

Schule ist unverzichtbar, sie ist aber kein Ersatz für das Zuhause. Staat und Gesellschaft müssen gemeinsam Lösungen finden, damit die Familien ihre Kinder mit Würde aufziehen und erziehen können, so wie ich dies am 27. Juli 1986 in einem in der brasilianischen Tageszeitung Folha de S.Paulo, veröffentlichten Artikel bereits gesagt habe.

Vivian R. Ferreira

Aluna do Instituto de Educação José de Paiva Netto, na capital paulista.

Mit der Übergabe des Bildungsinstituts der LGW an die Gemeinde habe ich in wenigen Worten die Philosophie der Arbeit des Instituts zusammengefasst: Hier lernt man. Und es werden Herz und Hirn geformt. Es ist die Pädagogik Gottes, welche die Liebe ist, die den Einzelnen befähigt, jene ökumenische Gemeinschaft zu leben, die in der vollen Ausübung der spirituellen, menschlichen und sozialen Solidarität begründet ist. Mit der Pädagogik des ökumenischen Bürgers und der Pädagogik der Zuneigung, also der Liebe, des Wohlwollens, findet der Geist seinen maßgeblichen Platz in unserem Streben. Jedoch müssen wir, bei der Vorbereitung von Jugendlichen und Erwachsenen auf deren Lebensunterhalt, in dieser so noch nie dagewesenen materiellen Welt der Technik – die paradoxerweise heute so instabil ist für diejenigen, die für ihre eigene Zukunft arbeiten – so weit wie möglich berücksichtigen, dass die Schüler und Studenten für die anspruchsvolle Nachfrage des so umkämpften Arbeitsmarktes effizient qualifiziert sein müssen. Es ist außerdem darauf zu achten, dass sie keinen Beruf lernen, der am Ende ihrer Ausbildung nicht mehr existiert. Eine solide Ausbildung, die Mut und Unternehmergeist fördert, damit sie auch die Herausforderungen der Gesellschaft meistern können, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzen, ist daher unerlässlich. (....) Es ist sinnlos – und das soll nur als Beispiel dienen – mutige Pläne zu machen, wenn niemand die erforderliche Ausbildung besitzt, um diese dann auch umzusetzen. Daher ist es so wichtig, sich um den Geist zu kümmern, den Menschen als solchen besser zu machen, und alles wird sich verändern!

Multiple Intelligenzen

Vivian R. Ferreira

Suelí Periotto   

Die Pädagogin Dr. Suelí Periotto, Leiterin der LGW-Pädagogik, Dozentin für Erziehungswissenschaften an der Päpstlichen Katholischen Universität São Paulo (PUC-SP), teilt mir mit, dass der renommierte Professor, Schriftsteller und Dozent Celso Antunes, während eines Interviews für die Sendung Erziehung im Gespräch des Radiosenders Super Netzwerk des Guten Willens auf die Frage nach unseren Bildungsmaßnahmen betont hat: „Der Gute Wille gehört schon lange zu meinen Freundschaften. (...) Ich schätze die Arbeit Ihrer Stiftung sehr und war auch schon mehrmals bei Ihnen zu Gast. Ich hatte Gelegenheit, das gesamte Werk von Paiva Netto, das mir zugänglich gemacht wurde, zu lesen und deshalb glaube ich – ob Sie diesem Ziel nun den Namen der multiplen Intelligenzen zuschreiben wollen oder nicht –, dass es sich vollständig in dieses Konzept integriert, denn es schien mir nie Ihr Anliegen zu sein, durch die übermäßige Entwicklung eine Schülerin oder Schüler zu einem „kleine Genie“ machen zu wollen, sondern dass es vielmehr um eine ganzheitliche Bildung der Person geht. Und weil ich voll und ganz an diesen Bildungsansatz glaube, möchte ich hier noch einmal wiederholen, dass ich nicht nur als Interviewpartner mit der Legion des Guten Willens spreche, sondern als jemand, der sich wirklich mit ihrer Philosophie und ihren Ansätzen verbunden fühlt.“

Vivian R. Ferreira

Celso Antunes  

Danke, Professor Celso. Ihre Worte sind ein großer Ansporn für uns, diesen Bildungsansatz weiter auszubauen, der neben einer ausgezeichneten Ausbildung auch die Erfahrung der edelsten Gefühle umfasst, die der Mensch in Gemeinschaft ausdrücken kann .

José de Paiva Netto ist Schriftsteller, Journalist, Rundfunksprecher, Komponist und Dichter. Er ist Vorsitzender der Legion des Guten Willens (LGW) und aktives Mitglied der Brasilianischen Pressevereinigung (ABI), der Brasilianischen Vereinigung der Internationalen Presse (ABI-Inter). Er ist der Nationalen Föderation der Journalisten (Fenaj) angeschlossen, der International Federation of Journalists (IFJ), dem Verband für Berufsjournalisten im Bundesland Rio de Janeiro, dem Schriftstellerverband von Rio de Janeiro, dem Verband der Rundfunksprecher im Bundesland Rio de Janeiro, sowie der Brasilianischen Union der Komponisten (UBC). Gleichfalls ist er Mitglied der Akademie für Literatur Zentralbrasiliens. Er ist internationaler Referenzautor für die Verteidigung der Menschenrechte und für die Konzeptualisierung und Verteidigung der Sache der Bürgerschaft und Ökumenischer Spiritualität, die, nach seiner Auffassung, „die Grundlage der großzügigsten Werte darstellen, die aus der Seele erwachsen, der Wohnstatt der von Intuition erleuchteten Emotionen und Reflexionen, der Umgebung die all das umfasst, was den vulgären Bereich der Materie überschreitet und aus der sublimierten menschlichen Sensibilität entstammt, wie beispielsweise Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Ethik, Rechtschaffenheit, Großzügigkeit und die Brüderliche Liebe.“