Aesop, Freiheit und Hoffnung

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Heitor Villa Lobos

Ich war Schüler der altbekannten Schule Pedro II, in Rio de Janeiro. Ich habe gute Erinnerungen an die Lehrer Homero Dornelas (1901-1990), Assistent des genialen Heitor Villa-Lobos (1887-1959); Honório SilvestreJosé Jorge (1921-2006); Newton Gonçalves de Barros (1915-1997); Pompílio da HoraSá RorizFarinaChoeri (1925-2013); Sebastião LoboJosé Marques LeiteFernando Segismundo (1915-2014), ex-Präsident der Brasilianischen Pressegesellschaft und andere nationale Persönlichkeiten.

Dort lernten wir über Aesop, Phaedrus, La Fontaine (1621-1695)...

divulgação

Aesop

Fabeln, wie alle wissen, sind Erzählungen, in denen Tiere sprechen, etwas richtig tun oder sich irren, weise oder hochmütig sind. Sie stellen die Menschen mit ihren Qualitäten und Fehlern dar. Aesop, ein griechischer Sklave auf der Insel Samos, lebte vor ca. drei Jahrtausenden und war Meister im Fabeln ezählen, die uns bis heute immer wieder zum Nachdenken bringen. Eine davon ist:

Der Hund und der Wolf

Ein Hund kam den Weg entlang gelaufen. Plötzlich stand er direkt vor einem Wolf und sagte:

Tela: Georges Fraipont (1873-1912)

Título da obra: A Raposa e as Uvas.

- Lieber Freund, du siehst ja prächtig aus! Kräftig, flink und glücklich. Ich beneide dich direkt...

- Tatsächlich?! Dann müsstest du es mir gleichtun. Finde einen gütigen Herrn. Dann wirst du regelmäßig zu Essen haben und gut versorg sein. Meine einzige Aufgabe ist es zu bellen, wenn nachts Diebe kommen. Komm doch mit mir mit und du wirst genauso behandelt.

Dem Wolf gefiel das Angebot sehr und er begleitete den Hund nachhause.

Doch plötzlich wurde er auf etwas aufmerksam.

- Was ist denn das an deinem Hals? Bist du verletzt?

- Na ja... - sagte der Hund – das ist wegen dem Halsband.

- Was? - fuhr derWolf erschocken zusammen...

- Tagsüber bindet mein Herr mich damit fest. Er möchte nicht, dass ich seine Besucher erschrecke.

Als der Wolf dies hörte, wollte er nichts mehr wissen und rannte mitten auf dem Weg vor dem Hund fort, doch vorher sagte er noch:

- Freundchen, vergiss alles, denn ich werde nicht mit dir gehen. Ich lebe lieber frei, als in deinem scheinbaren Überfluss.

Moral der Geschichte

Kein Gold der Welt ist die Freiheit wert.

Und so hinterließ uns der antike Philosoph Griechenlands, der, obwohl er unter der Schmach des Sklaventums litt, geistig frei war, unter anderem eine wichtige Lehre .

Es wird erzählt, dass sein Herr, verwundert über so großes Wissen, ihm den Freiheitsbrief gab.

Die Lehre Jesu

Die Lehre Jesu ist noch größer als die des Fabelerzälers. Im Johannesevangelium 8,32 steht: „Dann werdet ihr die Wahrheit (Gottes) erkennen, und die Wahrheit (Gottes) wird euch befreien.“

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Lavoisier

Das ist der Unterschied - die Wahrheit der Menschen täuscht sie meistens, denn manchmal ist es nur Verstand, der sich je nach Einfluss, z. B. der Entfernung, trotz der zügellosen Globalisierung, verändern kann. Der Verstand Gottes, da er auf Gerechtigkeit und Liebe gründet und somit weit entfernt von Fanatismus oder anderen unmenschlichen Überzeugungen ist, erhebt sie zu höherem Verständnis, selbst bei den entferntesten Zweifeln, und beschenkt sie, wenn sie geduldig und beharrlich sind, mit Befreiung ohne böse Überraschungen später. Dies ereignete sich mit herausragenden Denkern, deren Überzeugungen erschüttert oder gar zerstört wurden, als ihre glänzenden aber wenig effizienten Ideologien zerfielen. Doch, wie Lavoisier (1743-1794) erklärte: „„In der Natur geht nichts verloren, wird nichts geschaffen, alles verwandelt sich.“

Niemand ist schuld, weder Gläubiger oder Atheist, wenn er in jedem Sinne das Wohl des Volkes wünscht.

Die Hoffnung stirbt nie

Vor einigen Jahren hörte ich einen Jugendlichen in Rio de Janeiro im Fernsehen sagen „die Hoffnung sei gestorben. Ich bin kein Dichter. Doch ich nahm den Kugelschreiber und wagte ein paar einfache Verse ohne große Absichten, die später vom Dirigent Vanderlei Alves Pereira in Musik umgesetzt wurden:

Die Hoffnung
stirbt nie!
Nie!
stirbt nie!
Denn, wie könnte das Leben,
Das ewig ist
Eine so liebe Mutter,
Sterben?
Nein, sie stirbt nicht!
Nie!
Sie stirbt nie!
Die Hoffnung im Herzen!

Zweifellos tröstet ähnliche Hoffnung die Herzen vieler angolanischer Kinder. Ein Diplomat, Bekannter von einem Glaubensbruder von mir, der meine ökumenischen Ideale teilt, José Santiago Naud, Mit-gründer der Universidade de Brasília, konnte die unschuldige Freude dieser Kinder erleben, trotz des Krieges, der die Heimat von Agostinho Neto (1922-1979) über fast dreißig Jahre in ein Blutbad verwandelte.

- Als mein Freund von seiner Reise aus Luanda zurückkehrte, erzählte er mir, dass er dort eine Gruppe dieser Kinder erlebte, wie sie um ihren schlechtbezahlten tanzenden Lehrer herum sangen:

- Wenn ich könnte, würde ich fliegen
In Richtung Frieden,
Würde diesen Krieg verlassen,
Würde beim Frieden bleiben.

Freiheit und Hoffnung sind zwei Gefühle, die der Mensch nicht aufgeben darf. Er muss jedoch das erste zu würdigen wissen, um das zweite für ewig zu verdienen.

Niemand fässelt den Geist eines freien Menschen. Gandhi (1869-1948) bestätigt dies in seinen vielen wunderbaren und wertvollen Schriften, die er schrieb, als er wegen seinem Kampf um die Freiheit der Inder im Gefängnis litt.

José de Paiva Netto ist Schriftsteller, Journalist, Rundfunksprecher, Komponist und Dichter. Er ist Vorsitzender der Legion des Guten Willens (LGW) und aktives Mitglied der Brasilianischen Pressevereinigung (ABI), der Brasilianischen Vereinigung der Internationalen Presse (ABI-Inter). Er ist der Nationalen Föderation der Journalisten (Fenaj) angeschlossen, der International Federation of Journalists (IFJ), dem Verband für Berufsjournalisten im Bundesland Rio de Janeiro, dem Schriftstellerverband von Rio de Janeiro, dem Verband der Rundfunksprecher im Bundesland Rio de Janeiro, sowie der Brasilianischen Union der Komponisten (UBC). Gleichfalls ist er Mitglied der Akademie für Literatur Zentralbrasiliens. Er ist internationaler Referenzautor für die Verteidigung der Menschenrechte und für die Konzeptualisierung und Verteidigung der Sache der Bürgerschaft und Ökumenischer Spiritualität, die, nach seiner Auffassung, „die Grundlage der großzügigsten Werte darstellen, die aus der Seele erwachsen, der Wohnstatt der von Intuition erleuchteten Emotionen und Reflexionen, der Umgebung die all das umfasst, was den vulgären Bereich der Materie überschreitet und aus der sublimierten menschlichen Sensibilität entstammt, wie beispielsweise Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Ethik, Rechtschaffenheit, Großzügigkeit und die Brüderliche Liebe.“