Die Heilungen Jesu

Tela: Guido Reni (1575-1642)

Lukas

Im Kapitel 19, Verse 11 und 12, der Apostelgeschichte, berichtet uns der Arzt und Evangelist Lukas: „Auch ungewöhnliche Wunder tat Gott durch die Hand des Paulus. Sogar seine Schweiß- und Taschentücher nahm man ihm vom Körper weg und legte sie den Kranken auf; da wichen die Krankheiten und die bösen Geister fuhren aus.“

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Moacyr Scliar

Diese Passage vor Augen, erinnerte ich mich an eine Stelle in „Die okkulte Seite – Ungewöhnliche und aufschlussreiche Geschichten der Medizin“, des brasilianischen Arztes und Schriftstellers Moacyr Scliar (1937-2011), dessen Titel „Die Heilungen Jesu“ in den Mittelpunkt stellen. Hierbei handelt es sich um ein lehrreiches Kapitel eines Werkes, das die Aufmerksamkeit des Lesers voll in seinen Bann schlägt. Hier einige Auszüge:

„Im Verlauf seines Verweilens auf Erden, erfährt die Figur des Jesus eine ständige Verwandlung: zuerst haben wir das Baby, dass in einer Krippe zur Welt kam, danach den Jungen, der die Weisen im Tempel heimsucht, danach den Prediger, der Menschenmengen begeistert, der erzürnte Anführer, der die Händler vertreibt. Und es gibt auch – sehr wichtig – den heilenden Jesus: ‚ Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es werde rein! Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein. (Matthäus 8:1). Dieser Heilung sollten noch viele andere folgen: die der Lahmen, der Krüppel und Blinden. Den Höhepunkt dieser Folge stellt die Wiederauferweckung des Lazarus dar, in der dem Tod selbst eine Niederlage beigebracht wird. In einer Zeit, in der es die Medizin praktisch noch nicht gab, begeisterten die Heilungen Jesu Scharen von Menschen.“

Tela: James Tissot (1836-1902)

Jesu

„Dies auch, weil Jesus in diesen, wie auch in anderen Dingen, ein Revolutionär war. Das Alte Testament spricht viel über den Körper und dessen Krankheiten, es beschränkt sich aber vor allem auf sanitäre Maßnahmen. Die Lepra, um zum vorherigen Beispiel zurückzukehren, ist Objekt minutiöser Vorschriften im 3. Buch Mose (Levitikus). Derjenige bei dem diese Krankheit vermutet wird, soll zu einem Priester gebracht werden, der anhand von vorher bestimmten Kriterien, eine Diagnose stellt und der den Zustand der ‚Unreinheit‘ erklärt, was in einer rigiden Isolation des Kranken gipfelt. Krankheit, und insbesondere epidemische Krankheiten, werden als Strafe Gottes angesehen und es sollte nicht verwundern, dass der Herr sich der Plagen bediente, um den Pharao einzuschüchtern. Andererseits gibt es viele Regeln um gesund zu bleiben: Regeln der Körperreinigung, Speiseregeln, Regeln wie man sich zu kleiden hat. Es gibt keine Heilungen, viel weniger noch die magischen Ursprungs sind. Eine Ausnahme stellt die Geschichte dar, in der der Prophet Elias ein Kind vom Tode auferweckt; ausgerechnet Elias, der in einem Feuerwagen in den Himmel entrückt ist, wird als der Vorgänger Jesu angesehen.“

Tela: Louis Hersent (1777-1860)

Elias

Eliseus, ein Schüler des Elias, macht den General Naama wieder gesund. Er hatte Lepra. Der Prophet schickte ihn an den Fluss um sich zu waschen. Und er wurde geheilt.

Dr. Scliar fährt fort:
„Zusammenfassend: das Alte Testament ist von der Volksgesundheit beherrscht: das Neue Testament führt die heilende Individualmedizin ein.“

„Das Christentum hat von Jesus die Aufgabe geerbt, sich um die Kranken zu kümmern. Krankenhäuser waren im Wesentlichen christliche Institutionen und im Mittelalter waren Mönche die Verwahrer der Medizin. Womit ein enormes soziales Bedürfnis befriedigt wurde, wie dies in Brasilien die Armenkrankenhäuser zeigten.“

Meinen Glückwunsch an den viel vermissten und höchst verehrten Dr. Maocyr Scliar. Er hat ein äußerst wichtiges Thema auf eine ganz besondere Weise beleuchtet. Diese aufgeklärte Sicht des Alten und Neuen Testaments ist noch für so viele Studien gut.

Die Spirituelle Gesundheit

Arquivo BV

Ana Serra

Weiterhin über die Thematik der physischen und spirituellen Gesundheit, wurde ich, anlässlich eines Interviews mit der portugiesischen Journalistin, Ana Serra, am 19. September 2008, von ihr folgendes gefragt: „In Ihrem Buch ‚Reflektionen der Seele‘ bezeugen Sie die Verbindung von Geist und Körper, wobei die Ruhe der Seele den Körper heilen kann. Auf welche Weise geschieht dies? Ist dieser Seelenfrieden für uns alle zugänglich?“

Reflektionen der Seele

Meine liebe Kollegin, alles geht vom Geiste aus. Der Körper ist unsere provisorische Bekleidung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennt heutzutage bereits die Bedeutung der spirituellen Gesundheit an. Es gibt eine große Zahl an ernstzunehmender Forschung, die zeigt, wie Spiritualität das Wohlergehen eines Menschen beeinflusst. Und das richtige Werkzeug das dazu gebraucht werden muss um die Ruhe der Seele zu erreichen, das ist, auf diesem so hilfsbedürftigen Erdenrund, das Gebet, begleitet von einer effektiven Aktion der Solidarität (welche die Arbeit der Regierungen immer bestimmen sollte), ohne dass die Ausübung des Gebets, das aus der Resonanz mit Gott entsteht (oder, für diejenigen, die keinen religiösen Glauben haben, das Leben von allerhöchsten Gefühlen bedeutet) sich in bestimmten Fällen in eine weitere abscheuliche Personifizierung des Egoismus verwandelt. Zu einem besseren Verständnis des spirituellen und sozial aktiven Glaubens, habe ich den Ausdruck des Realisierenden Glaubens geprägt: des Glaubens, der uns mit den Höheren Mächten vereint, der unsere Seele befriedet und uns dazu motiviert in der Gesellschaft das Gute zu tun. Der Realisierende Glaube ist von daher derjenige, der die Pioniere des Fortschritts in der Welt antreibt und der die Stagnation der Gemeinschaft verhindert. Seine Pflicht ist es in einer Umgebung ohne Intoleranz, die seit Jahrhunderten eine der größten Plagen der Menschheit darstellt, zu walten und zu schalten. (…)

Wie Man Den Körper Heilen Kann

Und so wollen wir den entgegengesetzten Weg beschreiten, der den Menschen krank werden lässt. Wir wollen mit dem Himmlischen Vater in Verbindung leben. Wir werden nicht in die Fallen tappen, die unseren Organismus krank werden lassen. Und dann wird es offensichtlich, selbst den skeptischsten unter den Menschen, dass der Respekt den spirituellen Dingen gegenüber ein starkes Element für die vollständige Heilung bedeutet. Wie ich bereits geschrieben habe, wirken dort die Medikamente am besten, wo die Liebe ist.

José de Paiva Netto ist Schriftsteller, Journalist, Rundfunksprecher, Komponist und Dichter. Er ist Vorsitzender der Legion des Guten Willens (LGW) und aktives Mitglied der Brasilianischen Pressevereinigung (ABI), der Brasilianischen Vereinigung der Internationalen Presse (ABI-Inter). Er ist der Nationalen Föderation der Journalisten (Fenaj) angeschlossen, der International Federation of Journalists (IFJ), dem Verband für Berufsjournalisten im Bundesland Rio de Janeiro, dem Schriftstellerverband von Rio de Janeiro, dem Verband der Rundfunksprecher im Bundesland Rio de Janeiro, sowie der Brasilianischen Union der Komponisten (UBC). Gleichfalls ist er Mitglied der Akademie für Literatur Zentralbrasiliens. Er ist internationaler Referenzautor für die Verteidigung der Menschenrechte und für die Konzeptualisierung und Verteidigung der Sache der Bürgerschaft und Ökumenischer Spiritualität, die, nach seiner Auffassung, „die Grundlage der großzügigsten Werte darstellen, die aus der Seele erwachsen, der Wohnstatt der von Intuition erleuchteten Emotionen und Reflexionen, der Umgebung die all das umfasst, was den vulgären Bereich der Materie überschreitet und aus der sublimierten menschlichen Sensibilität entstammt, wie beispielsweise Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Ethik, Rechtschaffenheit, Großzügigkeit und die Brüderliche Liebe.“